Der Klang des Muschelhorns: Roman - Sarah Lark

Die Geschichte beginnt etwa 15 Jahre nachdem das erste Buch „die Zeit der Feuerblüten“ endet. Wenn mich der erste Teil nicht vollends begeistert hat, so hat mich dieser, zweite Teil von Anfang an in seinen Bann gezogen.

 

Der Schreibstil von Sarah Lark in diesem Roman ist ganz typisch für sie: flüssig, lebhaft, bunt und spannend.

 

Die Geschichtsstränge des ersten Teils werden hier wieder aufgegriffen und weitergeführt; sowohl die von Ida und Karl, Cat und Chris, ihren Kindern sowie die von Te Haitara, Jane und sogar Ida’s Familie, die nach Australien auswanderte und von denen man im ersten Buch zum Schluss nichts mehr gehört hat.

 

Ganz zu Beginn wird die Geschichte des ersten Buches nicht rekapituliert, weshalb man kurz überlegen muss, wer jetzt mit wem verwandt ist, wie einer zu den anderen steht und von wem hier eigentlich die Rede ist (es sei denn man hat den ersten Teil direkt vorher gelesen...).

Das ist allerdings nur in den ersten Kapiteln so. Ab dem 4. Kapitel wird immer kurz das zusammengefasst, was man aus dem ersten Buch jetzt gerade wissen muss, sodass einem die Szenen aus dem ersten Buch direkt wieder einfallen.

 

Der Klang des Muschelhorns ist für die Maori ein Signal zum Angriff - so passt der Buchtitel perfekt zu einem bedeutenden Teil der Geschichte. Man bekommt einen guten Einblick, was es mit der Hauhau-Bewegung rund um den Propheten Te Ua Haumene auf sich hat, da Sarah Lark wieder fiktive Personen und Geschehnisse mit realen verwebt hat, wodurch ein fesselnder, spannender Roman entstanden ist.

Die Geschichte ist aber auch genau so auch romantisch, wunderschön und lädt zum träumen, schwärmen und sich verlieben ein.

 

Gegen Ende geht es ziemlich holterdipolter, ganz als wäre Sarah Lark wieder eingefallen, dass es auch noch andere Geschichtsstränge und Personen gibt, die noch auf ein schnelles, jedoch sehr angemessenes Ende ihrer Geschichte warten. Das ist für mich der einzige – winzig kleine!! – negative Punkt, der jedoch nur auffällt, wenn man gerade an dieser Stelle im Buch ist. Ein bis zwei Kapitel später fügt sich alles wieder harmonisch zusammen.

Man erlebt eine wunderschöne, passende Entwicklung einiger Charaktere und eine herrlich gerechte Wendung im Leben anderer Personen.

 

Was mir besonders positiv auffiel war, dass die „erste Generation“ – Ida, Karl, Cat und Chris – in diesem zweiten Teil nicht nur am Rande erwähnt wird, wie es in vorherigen Trilogien der Fall war, sondern eine größere Rolle spielt.

 

Ich kann vollkommen verstehen, dass keine Ahnentafel zu diesem Buch gibt. Eine Ahnentafel bei dieser Familie würde kreuz und quer mit etlichen Pfeilen das reinste Chaos sein und eher verwirren als helfen.

 

 

Von Anfang bis Ende ein wunderschönes, äußerst gelungenes Buch!