Die Mädchen mit den dunklen Augen: Roman - Judith Lennox

Meiner Meinung nach haben Bücher von Judith Lennox immer eine melancholische und depressive Grundstimmung. Wie eine Freundin von mir sehr passend ausdrückte: In ihren Büchern schwingt eine nicht greifbare Sehnsucht mit.

Eine Sehnsucht und Melancholie die schwer zu erklären oder zu fassen ist. Ganz so wie ein verregneter, grauer, kalter Tag – für solche Tage scheint dieses Buch übrigens wie gemacht...

 

Die Geschichte beginnt noch bevor die 3 Mädchen aufeinandertreffen und begleitet sie über die Jahre auf ihren Lebenswegen die sich mal trennen und dann wieder zusammenfinden.

Die Entwicklung der Geschichte finde ich spannend und auch ziemlich realitätsnah.

 

Das Geheimnis, das im Klappentext so hervorgehoben wird – wegen dem man das Buch wohl überhaupt erst kauft ;) – ist im Buch selbst an einigen Stellen erwähnt: Als Rachel wegen der "grauenhaften Sache" ihre Freundinnen anruft und wie diese nicht auf ihren Hilferuf reagieren - aus unterschiedlichen Gründen.

Im weiteren Verlauf der Geschichte wird das Geheimnis ab und zu nebensächlich erwähnt und man vergisst es fast.

Wenn dann das Geheimnis gelüftet wird ist man im ersten Moment schon überrascht oder sogar geschockt, weil es nicht vorhersehbar war/ist. Danach wirkt es nicht wirklich weltbewegend aber bei näherem Nachdenken wird klar, dass es das Leben von Rachel und ihrer Familie komplett auf den Kopf stellt.

 

In der gesamten Geschichte gibt es immer wieder Missverständnisse weil die Personen nicht miteinander reden sondern sich alles nur in den dunkelsten und pessimistischsten Gedanken ausmalen, aneinander vorbeireden oder überhaupt nicht zuhören. Diese Missverständnisse werden gleichzeitig langweilig und nervig, was aber der einzige Minuspunkt bei dem Buch bleibt.

 

Es geht in der Geschichte also nicht wirklich um das Geheimnis, sondern eher darum, dass Liv und Katherine (und Hector) sich Vorwürfe machen, dass sie nicht auf Rachel gehört haben, sie nicht ernst (genug) genommen haben oder ihnen die Chance verwehrt wurde ihr beizustehen und wie sie trotz des schlechten Gewissens ihr Leben weiterführen und was ihnen auf diesem Weg alles passiert.

 

Alles in Allem ein schöner und auch trauriger Roman in den 1960er und 1970er Jahren, perfekt für ein verregnetes Wochenende.